Pränatalicider Blues.


Als Kind habe ich mit Leidenschaft in der Schule beim Engerl-Bengerlspiel mitgemacht. Heute heißt das Wichteln.

Den ganzen Dezember über hat man seinem Bengerl Aufmerksamkeiten, ein Zetterl mit einem netten Spruch, eine Schoki, what ever  in die Schultasche, ins Fach oder ins Buch gelegt, am letzen Schultag gab´s dann ein größeres Geschenk. Es ging immer darum , das Bengerl abzulenken oder ablenken zu lassen. Ich habe das Ablenken immer gemerkt, da auf einmal Leute mit mir geredet haben, die sich sonst nicht herabgelassen haben, das Wort an mich zu richten.
Ich hatte so grosso modo einen MoF Status.

Nicht in allen Klassen

(ich war in 5 Jahren Gymnasium in 3 verschiedenen Klassen, weniger schlimm als in der Volksschule: Das war ich in 4 Jahren in 3 verschiedenen Schulen und 2 veschiedenen Länder . Und schlimmer als in der Hotelfachschule: da war ich 2 verschiedenen Klassen in 2 Jahren
Aber ich ja auch 2 Paar Eltern (gehabt) , und ein Haufen Halbgeschwister)

Aber in den meisten.

Zurück zum Wichteln. Ich bin auf facebook (no na net) und dort in einer Kochgruppe (also in vielen Kochgruppen ) (noch no na netter) . In einer dieser Kochgruppen , wo sich 40.713 Mitglieder tummeln,  wurde ein Weihnachtswichteln ausgerufen. Somit war ein Weihnachtsgeschenk zu besorgen: Ich habe einen wunderbaren Honigsirup** angesetzt (den giesst man dann mit heissem Wasser und/oder heissem Tee auf ) , ganz passend bei den derzeitigen fast-tropischen Temperaturen, habe ein Kochbuch in´s  Geschenkpapier geschlagen,  habe Deko dazugpackt, eine selbste Kuchenbackmischung in ein schönes Glas geschichtet, und ab damit gut verpackt in die Steiermark. Nicht zu fassen daß es mir auch Spaß gemacht hat.

Nun denn, dann habe ich also tatsächlich noch einen einzigen weiteren Menschen beschenkt, der es ganz im Besonderen verdient hat, ganz,  ganz besonders, bedacht zu werden.
I do hope, she can take it.
No bad feelings, it´s only  ´cause I am so grateful.
(Alleine die Buchauswahl war ein erquickliches Vergnügen)

Und obwohl ich mir mein Leben so  wie es ist, ausgesucht habe, und die Gestaltung meiner Freizeit und meiner Feiertage selbst bestimmt ist, beschleicht mich ein wehes Gefühl. Mein Herz ist traurig.
Die Vorboten der kommenden Raunächte sind spürbar, gestern war Wintersonnenwende, die erste wichtige Nacht, die nächste wichtige Raunacht ist vom 24./25., und genau in dieser Nacht ist heuer Vollmond….

Ich werde ein wenig die entspechenden Rituale pflegen, nicht umsonst heißt es zwischen den Jahren.
Wenn ich zeitig in der früh und spät m Abend durch die Nacht gehe, mit meiner treuen Hündin meine Kreise ziehe, nehme ich eine ganz eigene Stimmung wahr.
Altes Abschliessen.
Böse Geister.
Alte Dinge gehören weg.
Und am Horizont könnt ein Lichtstrahl sein.
Wenn man sehr blinzelt und die Augen zusammen kneift.
Aber man könnt sich auch täuschen, und das ist das Licht , welches sich in den Tränen bricht.

 

** Rezept gibt´s gerne auf Anfrage

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