Und täglich grüßt das Murmeltier- Achtung Triggeralarm! (I want to be evil!)


Seit dem ich im Rinterzelt arbeite (ok. ich arbeite also nicht IM Rinterzelt und ich glaube man darf auch nicht deutsche Sätze mit Seit dem beginnen) , ist mein Morgen durch die Uhr bestimmt. Bei der letzten Brötchengeberin war ich von der Arbeitsstelle 650 m entfernt, jetzt 20 km. Bei ersterer konnte  zu Fuß gehen, jetzt benütze ich 1x die Tramway und 2x die U- Bahn. Warum das so rasend interessant ist ?
Da ich nun die Uhr im Auge habe, um zu wissen welche Tramway ich in der Früh nehme: Entweder die um 6 Uhr 57 , oder die um 7 Uhr 4, fühle ich mich ein wenig gestreßt. Ja ja, ich Zicke. Ich weiß. Ich weiß auch, daß die Welt nicht untergeht, wenn ich die Tramway um 7 Uhr noch mal 4-7 Minuten später nehme,  aber das ist mir unsympathisch. Da kenne ich noch nicht die anderen Mitfahrenden.
Denn so wie ich,  fahren doch immer wieder die gleichen Personen um die erstgenannten Uhrzeiten. Somit begegne ich auch dem unsympathischen Typen (politisch unkorrektes Vorurteil) mit Herrenhandtasche mit Schlaufe, Halbglatze und teigigem Gesicht mit Siegelring, der sicher nicht ganz koscher ist und Leichen im Keller hat. Und die Frau Lehrer mit zusammengekniffenen Mund sitzt dann auch wieder drinnen. Die schaut finster und frustriert.Und schaut mich immer pikiert an.
Die Frau mit den alternativen Birkenstockschuhen und Schildkrötenrucksack ist auch schon da. Ausserdem hat sie Hochwasserhosen. Ach ja, die junge Dauertelefoniererin, die was immer auch immer in der Früh zu besprechen hat.
Damit ich alle sehe, steige ich ganz vorne an, um ganz nach hinten zu gehen um mich auch ganz hinten hinzusetzen, da der hintere Ausgang die schnellste Verbindung zur Ubahnstation ist.

Sobald ich die Tramway verlasse, zählt jede Minute, (und doch reicht die Zeit die intelligenten Gratiszeitungen mitzunehmen) um die Rolltreppen zur Ubahn hinunter zu laufen, nicht ohne mit wütendem Schnaufen den vor mir in Zeitlupe stehenden,  provokanten Frau Pipa aufhaltenden,  anderen RolltreppenbenützerInnen klar zu machen, daß ich LAUFEN möchte, nicht  Zeitlupenbewegung üben. Ich kann natürlich verstehen, daß das Einräumen von 7 Teilchen vom Ströck in 5 Sackerln in die Handtasche samt parallelen Telefonieren, und das Halten von 3 Zeitungen und 2 Packungen Zigaretten beim Gehen überfordernd ist.

Da ich nur eine Station zur nächsten Umstiegstelle fahre, muss ich naturgemäß stehen bleiben, gehe aber dennoch ein Stückchen  in den Innenraum und bleibe nicht direkt bei der Türe stehen, da ja doch andere Menschen hinter mir sind. Aus irgend einem Grund bleiben aber prinzipiell Polizistinnen, ParkraumüberwacherInnen, PensionistInnen direkt bei der Türe stehen, und ausser daß mir das Taschenfeitel im Sack aufspringt, wünsche ich juckende Krätze auf den Rücken, Durchfall beim Bewerbungsgespräch und einen verlorenen Lottoschein bei einem Jackpottreffer den Herrschaften auf den Hals.
Eine Station später, wenn ich aus der Ubahn aussteigen will, steigen zu mindestens die Hälfte der Türsteher aus, die anderen bleiben unerbittlich stehen. Das Stänkern übernehmen andere, ich lächle freundlich  und grinse innerlich diabolisch Das Rolltreppendrama wiederholt sich, und meist versäume ich um 1/10 Sekunde die Ubahn, was eigentlich wurscht ist, 2 Minuten später kommt eh die Nächste.

Auch hier nehme  ich den Vordersten Waggon, da ich beim Aussteigen im äh beim Rinterzelt die beste Absprungposition haben möchte. Dies ist zumeist die Erholungsphase, da ich nun endlich die Zeitungen lesen kann. Irgendwas aber regt Menschen mit dem Bedarf,  ihren Gluteus Maximus auf 1,5 Plätze zu drapieren,  sich neben mich hinzusetzen und auch noch zu schnaufen. Da hilft nur noch atmen. Wenigstens kann ich so Tag für Tag erstaunt feststellen, daß sogenannte Journalisten mit ihre Geschreibsel angeblich auch noch Geld verdienen – beneidenswert. Ich bekomme für meine gequirrelte Scheisse doch auch nichts. Nunja. vielleicht wird´s noch was, wenn ich mein Niveau herunterschrauben kann.

Die 7 Minuten, die ich durch die Rennbahnwegsiedlung gehe, sind wirklich schön. entgegen entsetzlicher Berichte, was das für eine grauenhafte Gegend ist, gehe ich durch einen quasi Park, mit blühenden Bäumen und zwitschernden Vogerln.
Das tun allerdings viele andere auch,  die wo mich komisch ansehen, wenn ich Fotos mache (Jo eh, die wo sagt man auch nicht )

Der Arbeitstag hat also begonnen, wenn ich fast das Rinterzelt betrete. Aber nur fast. Ich arbeite woanders. Aber das ist nicht wichtig.
Ich wollte nur endlich mal so wirklich  eine Krätze sein.
Irgendwie bin ich das aber nur ein bissi.
Aber ich übe.
Und täglich grüßt das Murmeltier.
Ich werde es morgen wieder ausprobieren

Übrigens: Das mit der 20 km Entfernung sieht der Pendlerpauschalenrechner anders, der rechnet nur mit 19,9 km. Ich muss also wieder einmal eine Beschwerde (früher hiess es Berufung) ans Finanzamt schicken.
Rock´n Roll ! Immerhin geht´s um 30 Eur pro Monat mehr. Oder so.

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