The importance of being…. WEIBLICH


In den Medien war erschöpfend über den Herrn Gabalier zu lesen, der sich von Frauen und Homosexuellen diskriminiert fühlt (Man hat´s nicht leicht heutzutage als Manderl das auf Weiberln steht…, Frauen sollen zu Hause bei den Kindern bleiben )
Dies hat auch in den diversen sozialen Medien zu mehr oder weniger sinnentleerten Diskussionen geführt.
Sinnentleert deshalb, weil die Argumentationen heterosexueller Männer und auch Frauen gegenüber Betroffenen polemisch, das Thema ins Lächerliche ziehend war.

„Das ist doch nur seine private Meinung, die er doch wohl äußern darf.“
„Es gibt doch wichtigeres!“
„Er hat ja wohl auch recht, wenn er nur auf Frauen steht.“

Wenn ich als Betroffene, also als  lesbische Frau, mich unangenehm berührt fühle, wird mir in Diskussionen vorgeworfen, daß ich andere Meinungen nicht wertschätze und dass Toleranz, Diversität keine Einbahnstraße ist.
Wenn ich mich als Betroffene oute, dann wird mir mitgeteilt, daß jede Diskussion somit unmöglich ist – weil ich mich als Betroffene äußere und das unfair sei.

Weiters werden Frauen- und Homosexuellenanliegen relativiert zum Weltfrieden, und somit signalisiert, daß wir bitte still sein mögen – denn es gibt wichtigere Themen als dieses. es gipfelt dann meistens in Aussagen von Frauen, die der Meinung sind, wir tun dem Anliegen der Frauen nichts Gutes.

Meist gibt´s dann einen Rundumschlag gegen all möglichen Themen, der den Beginn hat bei der Bundeshymne, weitergeht bei der Frauenquote, gleiches Einkommen bei gleicher Leistung, Frauen in Führungspositionen, Kinder und Karriere, Frauen in traditionellen Männerberufen – meist in Richtung: Was regt´s euch auf? Frauen können doch eh alles machen, hindert sie ja niemand daran … Dass sowenig Frauen in Vorstands- und Aufsichtsratpositionen liegt ja wohl daran, daß sie von Männern nicht vorgeschlagen werden oder hineinoptiert. Da die Herren lieber unter sich bleiben. Es gibt bis dato keinen weiblichen Bundespräsidenten, keinen weiblichen Rektor der Uni Wien, keinen weiblichen Dirigenten der Philharmoniker, keinen Bürgermeisterin… jene Frauen in der Politik, die ein paar Schritte weiter gekommen sind, werden und wurden auf übelste Art und Weise beschimpft, lächerlich gemacht, herabgewürdigt und Lesbe war/ist ein Schimpfwort. Noch heute.
An einem Arbeitsplatz , wo ich tätig war, wurde eine Kollegin, mit Abscheu in der Stimme als solche bezeichnet – als negatives Qualitätsmerkmal.
Mehr als die Hälfte aller Studierenden ist weiblich, und wie sieht das in Führungspositionen aus?
Frauen können nur schwer klassisch Männerberufe erlernen, weil potentielle Arbeitgeber sich weigern, entsprechende Strukturen zu schaffen.
Warum es Frauen gibt, die keinerlei Solidarität mit anderen Frauen haben ? Weil sie den Männern gefallen wollen.

Es werden Frauen, die sich engagieren, feministisch aktiv sind, als Emanzen und Kampflesben beschimpft, werden auf ihr Aussehen  reduziert und belächelt.
Von Frauen wie von Männern.

Feministisch sein ist nicht unbedingt etwas geschlechtsspezifisches, es könnten auch Männer feministisch sein.
Schliesslich gibt´s auch zwischen Männern und Frauen noch andere Geschlechter, auch wenn´s dem einen und der Anderen nicht paßt.

Frauen sollen die Wahlfreiheit haben dürfen, was sie lernen und arbeiten,  welche Ausbildung und welches Lebenskonzept sie leben wollen. Frauen müssen nicht die besseren Männer sein. Frauen müssen nicht wie Männer denken müssen, um sich im Beruf behaupten zu können. Es kann nicht sein, daß Fauen als Rabenmütter bezeichent werden, weil sie wieder arbeiten gehen wollen. es kann nicht sein, daß eine Familie 3 Kinder in 3 verschiedenen Kindergärten/Horts hat, weil subtil damit versucht wird, den Frauen klar zu machen, daß sie halt zu Hause bleiben sollen (es gibt noch viel perfidere Methoden: Strafzahlungen, wenn Kinder etwas zu spät von der Nachmittagsbetreuung abgeholt werden)

Es kann nicht sein, daß Jungärztinnen, wenn sie aus der Karenz zurückkehren, nicht in Teilzeit arbeiten können, was ihnen zwar gesetzlich zustehen würde, wenn es aber von der Krankenhausleitung nicht bewilligt  wird, können sie sich brausen.
Es ist eine Frechheit, diesen Frauen nahe zu legen, das Kinderkriegen auf die Zeit nach der Facharztausbildung zu legen.
Jede Art von Aufzeigen von Diskriminierung gipfelt immer wieder in Relativieren, Kleinmachen und ins Lächerliche ziehen.

Wenn der weisse, heterosexuelle  Akademiker, Mann in gutem Job, mir Betroffenheit abspricht, dann darf derjenige nicht wundern , wenn ich polemisch werde. Und wenn die dazu passende Frau entsprechendes nachplappert, dann kann ich nur sagen : Der Satte kann den Hungernden nicht verstehen.

P.S: Gotteidank gibt es auch andere tolle Frauen und Männer..

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