GePunkt – es geht weiter.


Nun heißt es also dieses g´schissene unangenehme Gefühl in den Alltag zu integrieren.
Oder aber weniger politisch, selbst reflektiert korrekt: Ich versuche nicht in blinden Aktionismus zu verfallen
und dem nächst Besten körperliche Gewalt anzutun.

Manche Reaktionen der Umgebung sind höchst interessant – vielleicht findet das mal Eingang in irgend einer Psycho-Literatur:
Aus irgend einem Grund, der noch erforscht wird – die jüngsten Beobachtungen haben noch zu keinem Ergebnis geführt – ist der Kontakt zu Gekündigten höchst infektiös.  Nur allein beim Anblick steckt man sich an. Woran weiß ich zwar nicht, da ich immun bin, aber viele anderen schon. So zu mindestens die Kollegenschaft, die  – verständlerweise – aus Angst aus Ansteckung ausweicht. Großflächig. Sie bilden Rettungsgassen. Oder so.

Andererseits kann ich mich endlich mit dem Online-beim-AMS-arbeitslos-Melden-Tool rumspielen.
Na bitte: AM 19.3. darf ich mich bei meiner Betreuerin beim zuständigen AMS submissest melden.
Bitte sehr submissest. Noch viel mehr.
Und bin offiziell und mit Brief und Siegel bestätigt arbeitslos arbeitssuchend gemeldet.
Zur Begrüßung verschickt das AMS einen Welcome-Letter mit Hochglanzbroschüre.
Nur der Mitgliedsausweis fehlt noch.

Von subtilster Gemeinheit war die Reaktion einer Person, die meinte: „Pipa, ja stell Dir mal vor, Dir gehört die Firma, was machst Du mit einer Mitarbeiterin, die keinen Mehrwert mehr bringt ?“

Ich habe also von ehrlicher Anteilnahme, sofortige telefonischen Support,  über mentale Unterstützung , über wirkliche persönliche, coachende Intervention, bis zu ignoranter Wurschtigkeit und geheucheltem Mitgefühl bis zu gemeinen Seitenhieben alle möglichen Reaktionen erlebt. Spannend, daß „Gekündigt sein“ ein Makel ist, der so klebrig ist.

Ich kenne das  von meiner täglichen Arbeit mit meinen KlientInnen – es ist noch einmal was anderes, wenn ich betroffen bin.
Und das Gefühl ist noch immer ein bisserl deppert.
Im Übrigen ist die Aussage: Es wird schon wieder ! genauso vertrottelt wie: Auch andere Mütter haben schöne Söhne/Töchter.

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