Niemals vergessen


Heute vor 70 Jahren, am  27. Januar 1945  wurde durch die sowjetischen Truppen (322. Infanteriedivision der 60. Armee der 1. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin )im Laufe des nachmittags Auschwitz – Birkenau befreit.

Ich bin jüdischer Abstammung. Ich bin Jüdin. Auch wenn ich katholisch aufgewachsen bin.
Nur weil mein Großvater ein begnadeter Netzwerker war, ist es ihm gelungen, zum Schutze seiner Familie, recht lang relativ unbehelligt in Wien zu bleiben. 1941/42 ist er erst nach Ungarn, dann nach Bulgarien geflüchtet, und die Familie hat dort gelebt. Teilweise im Internierungslager. Meine Mutter ist in Sofia ganz normal zur Schule gegangen.
Bulgarien war das einzige Land, daß sich nach anfänglichen stattgefundenen Deportationen weigerte,  Juden  auszuliefern. Ein Teil  der Familie meines Opas´s flüchtete noch vor dem Anschluss nach England und USA.
Ein anderer Teil wurde deportiert und kehrte nie wieder.

Mein Großvater mußte Weihnachten 1944 Sofia verlassen, sie wurden als feindliche Ausländer ausgewiesen, er mit einer hochschwangeren Ehefrau, einer 10 jährigen Tochter, über das damalige Jugoslawien schlugen sie sich Wien durch. Auch in Jugoslawien kamen sie nochmal in Gefangenschaft.

Sie konnten letztendlich gut heimkehren – meine Großmutter ist bald danach gestorben, meine Mutter ist bis heute traumatisiert. Und wir Kinder tragen das weiter.
Das geht´s aber  nicht um Schuld. Nur um Verantwortung.

Niemand sagt mit bitte: Irgendwann muss Schluss sein, wir wollen das nicht mehr hören.
Niemals, niemals, NIEMALS wieder.
Solange ich am Leben bin werde ich darüber berichten.
Es ist nie ein Zeitpunkt, über den Genozid, den Holocaust, die Shoah nicht mehr zu reden.
In Ausschwitz wurden 1,1 Millionen Menschen vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen –  Krankheiten und Hunger taten das ihrige. . Eine Million davon waren Juden.
Was ist genug ?

Mit 16 Jahren war ich in der Hotelfachschule im Rahmen des Religionsunterrichtes im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes , ich konnte den damaligen Leiter für ein Interview gewinnen – ich schrieb für die Schülerzeitung – und ich kann mich noch gut erinnern, wie er eindringlich darauf hinweis, wie gerne er den jungen Menschen als Zeitzeuge zur Verfügung steht.
Ganz eindringlich und berührend waren seine Worte:
Niemals WIeder, niieeeemals darf das wieder passieren.
Das war 1979. Rückblickend brauchts noch viele Zeitzeugen.

Niemals vergessen. Ist NIEMALS vergessen.

10956277_10152712661881317_8669090058303693626_n

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s